Allgemeines

Zeiten der Neuorientierung

Fotolia_45104748_Subscription_Monthly_XXL

Bildquelle: © SP-PIC - Fotolia.com

Umschulungen sind heutzutage nicht nur “angesagt”, sie sind auch manchmal dringend notwendig. Nach dem Grundsatz “alles kann stetig besser werden” ist auch die Umschulung gestrickt. Im Grunde ist eine Umschulung nicht mehr als eine Aus- oder Weiterbildung und erfolgt dann, beziehungsweise wird dann eingeleitet, wenn die vorher ausgeübte Tätigkeit zu Gunsten einer anderen Tätigkeit aufgegeben wird, oder man in der ersten Tätigkeit seinen Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich erweitert. Hierbei ist es von Vorteil, dass bereits Fertigkeiten und Kenntnisse auf einem Gebiet vorhanden sind, sodass die Ausbildung verkürzt werden kann. Ein Neueinsteiger kann auf diesen Bonus nicht zurückgreifen. Mit einer Umschulung kann man sich gezielt für eine andere Arbeitstätigkeit qualifizieren. Gründe für diese Notwendigkeit könnten beispielsweise das gezwungene Aufgeben des alten Berufs wegen eines gesundheitlichen Defizits sein, mangelnde Nachfrage in diesem Beruf oder bloße Unzufriedenheit. Die Umschulung gehört zur Erwachsenen- und Weiterbildung und endet stets mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer.

Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem ständigen Wandel, was für den Arbeitnehmer bedeutet, dass er sich ebenfalls anpassen muss. Viele Unternehmen verlangen heute nach der regen Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter, wieder andere setzen eine umfassende Ausbildung zur Einstellung voraus. Generell werden drei Formen der Umschulung unterschieden. Die erste Form ist die betriebliche Umschulung. Diese Umschulung versteht sich als Ausbildung und wird unter Einbezug des Berufsschulunterrichts in einem Ausbildungsbetrieb absolviert. Die zweite Form ist die schulische Umschulung, da nicht jeder Beruf in einem Betrieb ausgebildet wird. Hierfür springen die Berufsfachschulen ein, die außerdem Praktika für das erfolgreiche Abschließen voraussetzen. Die dritte Form ist die überbetriebliche Umschulung bei einem Bildungsträger. Dieser Bildungsträger fungiert als Ausbildungsbetrieb und vermittelt den Beruf in sogenannten Übungswerkstätten. In der Regel bleibt der Bildungsträger auch nicht unvergütet. Die Höhe der Vergütung weicht je nach Beruf ab, beträgt aber meistens mehrere hundert Euro im Monat. Natürlich muss der Teilnehmer einer Umschulung auch förderwürdig sein. Ist dieses Kriterium erfüllt, können über den sogenannten Bildungsgutschein alle Maßnahmen von Arbeitsagenturen und Jobcentern finanziert werden. Umschulungen sind nicht billig und können bis zu 36.000 Euro pro Person betragen, was allerdings kein Vergleich ist zu den staatlichen Unterhaltskosten für einen nicht Erwerbstätigen. Bei einer Umschulung ist der Leistungsträger (z.B. Agentur für Arbeit) derjenige, der für die gesamte Finanzierung aufzukommen hat.

Die Kosten, die anfallen, sind in der Regel die Unterhaltskosten für den Umzuschulenden, die Sozialversicherungskosten, die Fahrtkosten und die Unterbringungskosten. Im Falle einer betrieblichen Umschulung hat der Arbeitgeber Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Wie lange die Umschulung dauert, hängt von der eigentlichen Ausbildungsdauer des Berufs ab. Kaufmännische Berufe beispielsweise erfordern drei Jahre. Umschulungen werden hauptsächlich von öffentlicher Hand gezahlt. Neben der Agentur für Arbeit können das die Bundeswehr, die Berufsgenossenschaft, aber auch die Deutsche Rentenversicherung sein. Umschulungen sind vielleicht kein Zuckerschlecken, hin und wieder aber die Chance zu etwas Neuem und nicht selten die Chance zu etwas Besserem.